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Chronische Niereninsuffizienz: Schrecken eines jeden Katzenhalters

Nahezu jeder Katzenhalter hat in seinem Leben einmal das Wort „chronische Niereninsuffizienz“ (CNI) gehört und die meisten derer verbinden mit diesem Wort ein trauriges Schicksal. Expertenschätzungen gehen davon aus, dass mindestens 10% der Katzen, die älter als sieben Jahre sind, an CNI leiden. Bei den Katzen, die zehn Jahre und älter sind, ist bereits jede dritte Katze betroffen. Nicht ohne Grund gilt CNI als die häufigste Todesursache bei Katzen im Seniorenalter.

Welche Aufgaben hat die Niere?
- Ausscheidung von schädlichen Stoffwechselprodukten
- Produktion von Hormonen
- Regulation des Säure-Basen-Haushaltes
- Regulation des Elektrolythaushaltes


Chronische Niereninsuffizienz (CNI), was ist das?
Die chronische Niereninsuffizienz ist durch einen langsam fortschreitenden Verlust der Nierenfunktion gekennzeichnet, der letztlich zum Nierenversagen führt. Die CNI ist leider nicht heilbar, sie kann aber bei rechtzeitiger Diagnose in ihrem Fortschreiten verlangsamt werden. Häufig wird die CNI aber nicht rechtzeitig erkannt, weil es dem gesunden Nierengewebe sehr lange gelingt, die Aufgaben des geschädigten Teils mit zu tragen. So werden typische Symptome leider erst dann sichtbar, wenn bereits mehr als 60% des Nierengewebes zerstört ist.
Die Erkrankung beginnt zunächst mit unspezifischen Symptomen wie Gewichtsverlust, Antriebslosigkeit, vermehrte Wasseraufnahme, Appetitlosigkeit und Übelkeit, die häufig dem Alter der Tiere zugeschrieben werden. Deshalb ist es für die Tierhalter schwer, eine CNI in ihrem Anfangsstadium zu erkennen.


Diagnostik anhand von Blut- und Urintests
Auffällige Veränderungen zeigen sich vor allem bei Blut- und Urintests. So werden bei CNI typischerweise zu hohe Konzentrationen von harnpflichtigen Stoffen gefunden. Hierzu zählen z.B. Phosphat, Kreatinin und Harnstoff. Steigt der Phosphatspiegel im Blut extrem an, so spricht man von einer Hyperphosphatämie. Bei Harnstoff und Kreatinin verhält es sich ähnlich: Von einer Azotämie spricht der Tierarzt, wenn diese Stoffwechselprodukte durch die Minderfunktion der Niere im Blut in erhöhter Konzentration vorliegen. Alle drei genannten Substanzen haben „Signalcharakter“ und besitzen einen hohen prognostischen Wert für die Überlebenszeit und Lebensqualität eines an CNI erkrankten Tieres. 
Aber neben diesen  Blutwerten kann auch  anhand einer Urinanalyse eine Nierenschädigung nachgewiesen werden. Hierfür eignet sich z.B. die Messung der mit dem Urin ausgeschiedenen Proteinmenge. Liegt die Menge über dem Normalen, so spricht der Tierarzt von einer Proteinurie. 
Auch ein erhöhter Blutdruck kann auf eine Nierenschädigung hinweisen. Eine verminderte Nierenleistung führt zu Bluthochdruck, da die Niere so versucht, die Ausscheidungsleistung sicherzustellen. Der Blutdruck steigt dabei sowohl im Körperkreislauf als auch in den Funktionskörperchen der Niere, den Nephronen, an. Diese werden in der Folge geschädigt und damit durchlässiger, d.h. Eiweiß gelangt in den Harn (Proteinurie, s.o.) und führt seinerseits zu Entzündungsreaktionen in den empfindlichen Nierenkanälchen. Nach der Entzündung wird das Nierengewebe bindegewebig repariert (Nierenfibrose), was leider zu einem weiteren Funktionsverlust der Niere führt.
Behandlungsoptionen                                                
Bluthochdruck ist somit eine häufige Begleiterkrankung bei CNI. Durch den Einsatz von geeigneten Blutdrucksenkern, sogenannten Vasodilatatoren oder ACE-Hemmern, wird die Niere geschützt, da sie den Körper- und  Nierenblutdruck senken. Auch die Proteinurie wird dadurch positiv beeinflusst.
Eine verminderte Nierenfunktion führt zu einer unzureichenden Phosphatausscheidung. Nierendiäten und phosphatbindende Ergänzungsfuttermittel helfen, diese Fehlfunktion der Niere auszugleichen. Calciumcarbonat-haltige Diät-Ergänzungsfuttermittel helfen, das Futterphosphat bereits im Magen-Darm-Trakt zu binden, so dass es gar nicht erst resorbiert wird. Durch die Phosphatreduktion kann die Lebenserwartung einer CNI-Katze nachweislich verlängert werden.

Aufruf an alle Katzenhalter: Vorsicht ist besser als Nachsicht!
Aufgrund der Häufigkeit und des Verlaufs dieser unheilbaren Krankheit ist es umso wichtiger, den Tier-Senior regelmäßig tierärztlich durchchecken zu lassen. Der Tierarzt kann mittels Blut- und Harnanalysen eine Nierenerkrankung frühzeitig diagnostizieren und somit eine Behandlung einleiten.

                                           



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