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Retardon® 200 mg / ml



Suspension zum Eingeben für Katzen, Hunde und Brieftauben
(Gebrauchsinformation)



Name und Anschrift des Zulassungsinhabers und wenn unterschiedlich des Herstellers, der für die Chargenfreigabe verantwortlich ist
SELECTAVET Dr. Otto Fischer GmbH, Am Kögelberg 5, D-83629 Weyarn/Holzolling
Mitvertrieb: Vétoquinol GmbH, Parkstr. 10, 88212 Ravensburg
Hersteller: C.P.M. ContractPharma GmbH & Co. KG, Frühlingstr. 7, 83620 Feldkirchen-Westerham


Bezeichnung des Tierarzneimittels
RETARDONâ
200 mg/ml Suspension zum Eingeben für Katzen, Hunde und Brieftauben
Sulfadimethoxin


Wirkstoff(e) und sonstige Bestandteile
1 ml Suspension (30 Tropfen) enthält:
Wirkstoff(e): Sulfadimethoxin 200 mg
Sonstige Bestandteile, deren Kenntnis für eine zweckgemäße Verabreichung des Mittels erforderlich ist: Methyl-4-Hydroxybenzoat 1,3 mg, Propyl-4-Hydroxybenzoat 0,7 mg


Anwendungsgebiet(e)
Katzen, Hunde, Brieftauben.
Zur Behandlung von Infektionserkrankungen im frühen Stadium der Infektion, die durch Sulfonamid-empfindliche Erreger hervorgerufen sind:
Katze: Infektionen des Magen-Darm-Traktes
Hund: Infektionen des Magen-Darm-Traktes
Infektionen des Atmungstraktes
Infektionen der Harnwege und Geschlechtsorgane
Bakterielle Sekundärinfektionen
Nabelinfektionen
Gelenkentzündungen
Blutvergiftung (Septikämie, Bakteriämie)
Brieftaube: Kokzidiose
Die Anwendung von RETARDON sollte unter Berücksichtigung eines Antibiogramms erfolgen.


Gegenanzeigen

Acidurie,
Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide oder Trimethoprim,
Resistenz gegen Sulfonamide und Trimethoprim,
schwere Leber- und Nierenfunktionsstörungen,
Schädigungen des hämatopoetischen Systems,
Krankheiten, die mit verminderter Flüssigkeitsaufnahme bzw. -verlusten einhergehen.

Nicht bei Tieren anwenden, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen.



Nebenwirkungen
Besonders nach oraler Verabreichung hoher Dosen können Verdauungsstörungen auftreten. Bei  Hund und Katze tritt gelegentlich Erbrechen auf. Insbesondere bei langanhaltender Behandlung mit Sulfonamiden kann es gelegentlich zu auf Kristallausfällung hinweisenden Symptomen (Hämaturie, Kristallurie, Nierenkoliken, zwanghafter Harnabsatz) kommen. Bei auf Kristallausfällung hinweisenden Symptomen (Hämaturie, Kristallurie, Nierenkoliken, zwanghafter Harnabsatz) ist die Behandlung mit Sulfonamiden sofort abzubrechen und Flüssigkeit, u. U. mit Zusatz von Natriumbicarbonat, zu verabreichen. Allergische Reaktionen. Blutbildveränderungen. Nieren- und Leberschädigungen. Beim Auftreten von allergischen Reaktionen ist das Arzneimittel sofort abzusetzen und symptomatisch zu behandeln. Bei anaphylaktischen Schockreaktionen: Epinephrin (Adrenalin) und Glukokortikoide i.v.
Bei allergischen Hautreaktionen: Antihistaminika und/oder Glukokortikoide.

Falls Sie eine Nebenwirkung bei Ihrem Tier feststellen, die nicht in der Gebrauchsinformation aufgeführt ist, teilen Sie diese bitte Ihrem Tierarzt oder Apotheker mit.



Dosierung für jede Tierart, Art und Dauer der Anwendung
Zum Eingeben.
1 ml Suspension = 30 Tropfen.
1 Tropfen entspr. 6,7 mg Sulfadimethoxin.
Katzen, Hund    20-40 mg / kg KGW einmal täglich
Brieftauben:       entspr. 3-6 Tropfen / kg KGW einmal täglich
Herstellung einer trinkbaren Suspension für Brieftauben:
3-4 Tropfen RETARDON auf 10 ml Wasser geben, gut rühren, 2 Tropfen dieser Suspension pro 10 g KGW pro Tag mit einer Tropfpipette bzw. über das Futter oder Trinkwasser eingeben. Täglich frische Suspension herstellen. Die Tropfen einmal täglich direkt oder mit dem Futter bzw. Trinkwasser (Vögel) verabreichen.
Vor Gebrauch schütteln!
Dauer der Anwendung:
Die Behandlungsdauer beträgt im Allgemeinen 3-7 Tage. Nach Abklingen der Krankheitserscheinungen sollte noch mindestens 2 Tage weiter verabreicht werden. Sollte nach 3 Behandlungstagen keine deutliche Besserung eingetreten sein, ist eine Überprüfung der Diagnose und ggf. eine Therapieumstellung durchzuführen.


Hinweise für die richtige Anwendung
Siehe Art der Anwendung.


Wartezeit

Entfällt.
Hinweis: Nicht bei Tieren anwenden, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen.



Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 25° C lagern.
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!
Arzneimittel nach Ablauf des auf Behältnis und äußerer Umhüllung angegebenen Verfalldatums nicht mehr anwenden.



Besondere Warnhinweise
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung bei Tieren:
Zur Vermeidung von Nierenschädigungen durch Kristallurie ist während der Behandlung für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu sorgen, eventuell kann der Harn alkalisiert werden. Ein vorzeitiger Abbruch der Medikamentenabgabe sollte nur nach Absprache mit dem Tierarzt erfolgen, da sich hierdurch resistente Bakterienstämme entwickeln können.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender:
Der direkte Kontakt mit der Haut oder den Schleimhäuten des Anwenders ist wegen der Gefahr der Sensibilisierung zu vermeiden.
Anwendung während der Trächtigkeit, Laktation oder der Legeperiode:
Die Anwendung bei trächtigen Tieren und Neugeborenen erfordert strenge Indikationsstellung.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und andere Wechselwirkungen:
Hexamethylentetramin (Methenamin) sollte nicht gleichzeitig verabreicht werden, da Wirkungseinbußen und Kristallurie auftreten können.
Lokalanästhetika aus der Gruppe der Paraaminobenzoesäureester (Procain, Tetracain) heben die Wirkung von Sulfonamiden lokal auf.
Überdosierung (Symptome, Notfallmaßnahmen und Gegenmittel), falls erforderlich:
Bei Überdosierung sind die noch im Magen befindlichen Substanzreste durch salinische Laxantien zu entfernen. Zusätzlich zu Vitamin K- oder Folsäure-Gabe ist eine Erhöhung der renalen Sulfonamid-Ausscheidung durch alkalisierende Mittel (z. B. Natriumbicarbonat) angezeigt.


Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung von nicht verwendetem Arzneimittel oder von Abfallmaterialien, sofern erforderlich

Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzugeben. Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein missbräuchlicher Zugriff auf diese Abfälle erfolgen kann. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt werden.



Genehmigungsdatum der Packungsbeilage
Dezember 2010


Weitere Angaben
Packungsgröße: Flasche zu 10 ml






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