Longacton

Longacton

Gebrauchsinformation

Bezeichnung des Tierarzneimittels:
LongActon 0,07 mg/ml Injektionslösung für Rinder und Schweine
Carbetocin

Anwendungsgebiet(e):
Kuh:
-      Uterusatonie während des Puerperiums
-      Nachgeburtsverhaltung als Folge einer Uterusatonie
-      Auslösung der Milchejektion bei stressinduzierter Agalaktie oder anderen Zuständen, die eine Euterentleerung erfordern

Sau:
-      Uterusatonie während des Puerperiums
-      Unterstützende Therapie bei Mastitis-Metritis-Agalaktie-(MMA-)Syndrom
-      Auslösung der Milchejektion
-      Verkürzung der Gesamtgeburtsdauer bei Sauen, entweder nach der Geburt des ersten Ferkels oder als Bestandteil der Geburtensynchronisation bei solchen Sauen, die 24 Stunden nach der Geburteninduktion mittels eines geeigneten PGF2a (z. B. Cloprostenol), nicht vor dem 113. Trächtigkeitstag, noch nicht geferkelt haben.    

Zieltierarten:
Rinder, Schweine

Genehmigungsdatum der Packungsbeilage:
Mai 2010

Weitere Angaben:
Pharmakologische Eigenschaften:
Stoff- und Indikationsgruppe             
Systemische Hormonpräparate, exkl. Sexualhormone
ATCvet-Code: QH01BB03  

Wirkungsweise:
Carbetocin ist ein synthetisches Analogon des körpereigenen Peptidhormons Oxytocin, das infolge von Änderungen in der chemischen Struktur wesentlich langsamer enzymatisch abgebaut wird als das originäre Hormon und dadurch eine verlängerte Wirkungsdauer im Organismus aufweist. Die pharmakologischen Wirkungen von Carbetocin  bestehen wie die von Oxytocin in einer Stimulation der Milchejektion sowie der motorischen Gebärmutteraktivität am östrogenstimulierten Uterus. Da Carbetocin lipophiler als exogen zugeführtes Oxytocin ist, wird eine bessere Verteilung und eine längere Verweildauer an den Rezeptoren diskutiert. Dies wiederum kann neben der Proteasestabilität ebenfalls zur verlängerten uterotonen Aktivität beitragen. Bei Sauen wurde nach Verabreichung von 0,6 mg Carbetocin eine zweiphasige Kinetik beobachtet. Die Eliminationshalbwertzeit beträgt ca. 85 - 100 Minuten. Zwischen intramuskulärer und intravenöser Verabreichung bestehen keine wesentlichen Unterschiede.  

Packungsgrößen:
1 Injektionsflasche mit 50 ml
12 Injektionsflaschen mit 50 ml
6 Injektionsflaschen mit 10 ml  

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.  
Zul.-Nr. 400323.00.00  
Wirkstoff(e) und sonstige Bestandteile:
1 ml Injektionslösung enthält:
Wirkstoff:
Carbetocin 0,07 mg

Sonstige Bestandteile, deren Kenntnis für eine zweckmäßige Verabreichung erforderlich ist:
Chlorobutanol-Hemihydrat 2,00 mg

Gegenanzeigen:
Nicht verabreichen zur Beschleunigung der Geburt bei nicht geöffneter Zervix oder bei mechanischen Geburtshindernissen als Ursache für die verzögerte Geburt wie Lage-, Stellungs- und Haltungsanomalien, Krampfwehen, drohende Uterusruptur, Torsio uteri, relativ zu große Früchte sowie Missbildungen der Geburtswege.

Nebenwirkungen:
Keine bekannt.
Falls Sie Nebenwirkungen, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind,  bei Ihrem Tier feststellen, teilen Sie diese Ihrem Tierarzt oder Apotheker mit.  
Dosierung für jede Tierart, Art und Dauer der Anwendung:
Zur intramuskulären oder intravenösen Injektion:

Kühe:   3,0 - 5,0 ml / Tier (entsprechend   0,21 -   0,35 mg Carbetocin / Tier)
Sauen: 1,5 - 3,0 ml / Tier (entsprechend 0,105 - 0,210 mg Carbetocin / Tier)

Verkürzung der Gesamtgeburtsdauer als Teil der Partussynchronisation bei Sauen:
1,0 ml / Tier entsprechend 0,07 mg Carbetocin / Tier

Die Dosierung kann innerhalb der angegebenen Grenzen variieren und basiert auf der Einschätzung durch den Tierarzt.

Zur einmaligen Gabe. Im Falle der Anwendung zur Auslösung der Milchejektion bei Kühen und Sauen sowie der unterstützenden Therapie des MMA-Syndroms bei Sauen ist eine wiederholte Anwendung nach 1 bis 2 Tagen möglich.

Spezielle Information:
Die Ansprechbarkeit des Myometriums auf Carbetocin ist vom 5. bis 11. Tage post partum nahe Null. Deshalb ist die Verabreichung von LONGACTON während dieser Zeit unwirksam und sollte vermieden werden. Sollte die Behandlung mit Carbetocin keinen Erfolg haben, ist es ratsam, die Ätiologie des Zustandes noch einmal zu überprüfen, insbesondere, wenn Hypocalcämie einen komplizierten Faktor darstellen könnte. Im Falle einer schweren septischen Metritis ist zusätzlich zum LONGACTON eine geeignete Begleittherapie angezeigt.

Hinweise für die richtige Anwendung:
Keine.

Wartezeit:
Rinder:
Essbare Gewebe: Null Tage
Milch: Null Tage

Schweine:
Essbare Gewebe: Null Tage

Besondere Lagerungshinweise:
Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren. 
Im Kühlschrank lagern (2 - 8 °C).  Das Behältnis im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Bei Transport im Fahrzeug des Tierarztes sollte das Präparat in einer Kühlbox aufbewahrt werden.  
Sie dürfen das Tierarzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Karton angegebenen Verfalldatums nicht mehr anwenden.

Sie dürfen LongActon nicht verwenden, wenn Sie Folgendes bemerken:
Verfärbung oder Eintrübung bzw. schwebende Teilchen in der Injektionslösung.  

Haltbarkeit nach Anbruch des Behältnisses:
50 ml-Durchstechflasche: 3 Wochen 
10 ml-Durchstechflasche: 2 Wochen   
Das Datum des Anbruchs des Behältnisses sollte in dem dafür vorgesehenen Bereich auf dem Etikett notiert werden.

Besondere Warnhinweise:
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung bei Tieren:

Der Abstand zwischen zwei Injektionen sollte nicht kürzer als 24 Stunden sein.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender:
Im Fall einer versehentlichen Selbstinjektion des Tierarzneimittels können bei nicht schwangeren Frauen folgende Effekte auftreten: Gesichtsröte und -wärme, Unterbauchschmerzen. Diese Effekte klingen üblicherweise innerhalb einer kurzen Zeitspanne wieder ab. Schwangere, Frauen post partum und stillende Mütter sollten das Präparat nicht anwenden, um einen versehentlichen Kontakt zu vermeiden. Im Fall einer versehentlichen Selbstinjektion können bei schwangeren Frauen Uteruskontraktionen ausgelöst werden.

Anwendung während der Trächtigkeit und Laktation:
Das Tierarzneimittel kann die Milchejektion anregen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und andere Wechselwirkungen:
Die Verabreichung von Oxytocin nach der Anwendung des Tierarzneimittels ist unnötig. Durch einen nicht auszuschließenden potenzierenden Effekt des Oxytocins könnten unerwünschte Uterusspasmen induziert werden.

Überdosierung (Symptome, Notfallmaßnahmen und Gegenmittel):
Injektionen von mehr als dem Doppelten der empfohlenen Dosis (mehr als 0,4 mg Carbetocin/Tier) während verlängerter Geburten bei älteren Sauen kann die Totgeburtenrate erhöhen. Bei dreifacher Überdosierung (0,6 mg Carbetocin / Tier) kann eine profuse Laktation bei Sauen ausgelöst werden, die zu Diarrhö, verringerter Gewichtszunahme underhöhter Mortalität ihrer Ferkel führen kann. Carbetocin ist als eine mäßig irritierende Substanz einzustufen. Bei der Verabreichung hoher Dosen (1,0 mg Carbetocin / Tier) wurden an den Injektionsstellen der behandelten Tiere fokale  Lymphozyteninfiltrationen beobachtet.   

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung von nicht verwendeten Arzneimit-teln oder von Abfallmaterialien, sofern erforderlich:
Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzugeben. Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein missbräuchlicher Zugriff auf diese Abfälle erfolgen kann. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt werden.
Name und Anschrift des Zulassungsinhabers und, wenn unterschiedlich des Herstellers, der für die Chargenfreigabe verantwortlich ist:
Zulassungsinhaber:
VetCom-pharma  GmbH
Seestrasse 6
6900 Bregenz
Österreich

Hersteller:
Wdt-Wirtschaftsgenossenschaft Deutscher Tierärzte eG
Siemensstr. 14
D-30827 Garbsen