Marbocyl 10%

Marbocyl 10 %

Gebrauchsinformation

Bezeichnung des Tierarzneimittels:
MARBOCYL 10%, Injektionslösung für Rinder und Schweine (Sauen)
Marbofloxacin

Anwendungsgebiet(e):
Rinder:
Zur Behandlung von Atemwegserkrankungen, die durch Marbofloxacin-empfindliche Stämme von Pasteurella multocida, Mannheimia (Pasteurella) haemolytica und Mycoplasma bovis verursacht werden.
 
Zur Behandlung akuter Mastitiden, die durch Marbofloxacin-empfindliche Stämme von E. coli während der Laktation verursacht werden.
 
Sauen:
Zur Behandlung des durch Marbofloxacin-empfindliche Erreger verursachten Mastitis-Metritis-Agalaktie-Syndroms.

Zieltierart(en):
Rind und Schwein (Sau)

Genehmigungsdatum der Packungsbeilage:
November 2010

Weitere Angaben:
Packungsgrößen:
Flasche mit 20 ml, 50 ml, 100 ml, 250 ml. 
 
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Wirkstoff(e) und sonstige Bestandteile:
1 ml Injektionslösung enthält:
Wirkstoff:
Marbofloxacin                               100,0 mg

Sonstige Bestandteile, deren Kenntnis für eine zweckgemäße Verabreichung des Mittels erforderlich ist:
Natriumedetat                                   0,1 mg
3-Sulfanylpropan-1,2-diol            1,0 mg
Metacresol                                           2,0 mg

Gegenanzeigen:
Bakterielle Infektionen mit gegenüber anderen Fluochinolonen unempfindlichen Erregern (Kreuzresistenz).
Nicht bei Tieren mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Fluorchinolonen anwenden.

Nebenwirkungen:
Die intramuskuläre Injektion kann vorübergehende lokale Reaktionen wie Schmerz und Schwellung an der Injektionsstelle verursachen. Lokale entzündliche Veränderungen können mindestens 12 Tage nach der Injektion nachweisbar bleiben. Es wurde gezeigt, dass die subkutane Injektion bei Rindern lokal besser verträglich ist als die intramuskuläre. Die subkutane Injektion wird daher bei schweren Rindern empfohlen. Intramuskuläre Injektionen sollten bei Rindern und Schweinen bevorzugt in die Nackenmuskulatur erfolgen. 
Keine anderen Nebenwirkungen wurden bei Rindern und Schweinen beobachtet. 
Falls Sie eine Nebenwirkung bei Ihrem Tier / Ihren Tieren feststellen, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt ist, teilen Sie diese Ihrem Tierarzt oder Apotheker mit.
Dosierung und Art der Anwendung:

Rinder:
Behandlung von Atemwegsinfektionen: Die Tagesdosis beträgt 2 mg Marbofloxacin pro kg, somit 1 x täglich eine sc. oder i.m. Inj. von 1 ml pro 50 kg KGW über 3-5 Tage. Dosisoptimierungsstudien des Zulassungsinhabers haben ergeben, dass 8 mg pro kg Körpergewicht (eine einzelne intramuskuläre Injektion mit Marbocyl S 10%) bei der Behandlung von bovinen Atemwegserkrankungen als optimal anzusehen sind.
 
Marbocyl 10% (2 mg / kg Körpergewicht 1 x täglich über 3 bis 5 Tage) sollte zur Behandlung von speziellen Fällen eingesetzt werden (z.B. i.v. Anwendung erforderlich; Mykoplasmeninjektion). Wenn die Dosierung von Marbocyl S 10% beansprucht wird, sollte unbedingt Marbocyl S 10% verwendet werden.
 
Behandlung akuter Mastitiden: Die Tagesdosis beträgt 2 mg Marbofloxacin pro kg, somit 1 x täglich eine sc. oder i.m. Inj. von 1 ml pro 50 kg KGW über 3 aufeinanderfolgende Tage.
Die erste Inj. kann auch i.v. verabreicht werden.
 
Sauen:
Die Tagesdosis beträgt 2 mg Marbofloxacin pro kg, somit 1 x täglich eine i.m. Inj. von 1 ml pro 50 kg KGW über 3 Tage.

Hinweise für die richtige Anwendung:
Siehe auch Art der Anwendung.  

Wartezeit:
Rinder:
Essbare Gewebe: 6 Tage
Milch: 36 Stunden

Sauen: 
Essbare Gewebe: 4 Tage

Besondere Lagerungshinweise:
Vor Anbruch des Behältnisses sind für dieses Tierarzneimittel keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich. Nach Anbruch des Behältnisses nicht über 25°C lagern. Vor Licht schützen. Haltbarkeit nach erstmaligem Öffnen / Anbruch des Behältnisses: 28 Tage Arzneimittel nach Ablauf des auf Behältnis und äußerer Umhüllung angegebenen Verfalldatums nicht mehr anwenden. Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren.

Besondere Warnhinweise:
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung bei Tieren:

Fluorchinolone sollten der Behandlung klinischer Infektionen vorbehalten bleiben, die nachweislich oder voraussichtlich schlecht auf andere Antibiotikaklassen ansprechen. Die Anwendung von Fluorchinolonen sollte, wenn möglich, auf einer Empfindlichkeitsprüfung (Antibiogramm) basieren. Bei der Anwendung des Tierarzneimittels sind die amtlichen und örtlichen Regelungen über den Einsatz von Antibiotika zu berücksichtigen. Abweichungen von den Anwendungsbedingungen der Gebrauch- und Fachinformation kann die Prävalenz von Fluorchinolon-resistenten Bakterien fördern und aufgrund möglicher Kreuzresistenzen die Wirksamkeit einer Behandlung mit anderen Chinolonen vermindern. Die Wirksamkeit des Produktes ist für die Behandlung von Mastitiden, welche durch grampositive Erreger verursacht werden, nicht ausreichend.   

Anwendung während der Trächtigkeit, Laktation oder der Legeperiode: 
Bei Studien an Labortieren (Ratte, Kaninchen) wurden keine teratogenen, embryotoxischen oder maternotoxischen Effekte von Marbofloxacin nachgewiesen. Die Unschädlichkeit des Präparates wurde nachgewiesen für tragende Kühe sowie für Saugferkel und Saugkälber nach Anwendung bei Kühen und Sauen. Nach der Anwendung bei Kühen während der Laktation ist der Abschnitt Wartezeit zu beachten.   

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und andere Wechselwirkungen:
Keine bekannt.   

Überdosierung (Symptome, Notfallmaßnahmen und Gegenmittel), falls erforderlich: 
Nach der Verabreichung von Marbofloxacin in der dreifachen empfohlenen Dosis wurde kein Symptom von Überdosierung beobachtet. Die Überdosierungssymptome von Marbofloxacin sind vom akut neurologischen Typ und werden symptomatisch behandelt.  


Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung von nicht verwendetem Arzneimittel oder von Abfallmaterialien, sofern erforderlich:
Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzugeben. Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein missbräuchlicher Zugriff auf diese Abfälle erfolgen kann. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt werden.  

 


Name und Anschrift des Zulassungsinhabers und wenn unterschiedlich des Herstellers, der für die Chargenfreigabe verantwortlich ist:
Vétoquinol S.A.
34, Rue de Chene Saint Anne,
F- 70204 Magny-Vernois
Lure Cedex 


Hersteller:
Vétoquinol S.A.
34, Rue de Chene Saint Anne
F- 70204 Magny-Vernois
Lure Cedex

 

oder

Vétoquinol Biowet Sp. z.oo.
13-14 Kosyniernów Gdynskich Str.
PL-66-400 Gorzów Wlkp.

Vertrieb:
Vétoquinol GmbH
Parkstr. 10
D-88212 Ravensburg