Marbocyl 2 %

Marbocyl 2 %

Gebrauchsinformation

Bezeichnung des Tierarzneimittels:
Marbocyl 2%, Injektionslösung für Rinder und Schweine (Mastschweine)
Marbofloxacin

Anwendungsgebiet(e):
Kälber und Jungrinder:
Zur Behandlung von Atemwegserkrankungen, die durch Marbofloxacin-empfindliche Stämme von Pasteurella multocida, Mannheimia (Pasteurella) haemolytica und Mycoplasma bovis verursacht werden.

Schweine:
Zur Behandlung von Atemwegserkrankungen, die durch Marbofloxacin-empfindliche Stämme von Actinobacillus pleuropneumoniae, Mycoplasma hyopneumonia und Pasteurella multocida hervorgerufen werden.

MARBOCYL 2 % soll nur bei mittels Antibiogramm nachgewiesener Empfindlichkeit der Erreger angewendet werden.

Zieltierart(en):
Rind und Schwein (Mastschwein)

Genehmigungsdatum der Packungsbeilage:
November 2010

Weitere Angaben:
Pharmakodynamische Eigenschaften:
Marbofloxacin ist ein synthetisches bakterizides Antiinfektivum, das zur Gruppe der Fluorchinolone gehört. Es wirkt durch Hemmung der DNS-Gyrase. Sein breites Wirkungsspektrum umfaßt grampositive Bakterien (vor allem Staphylococcus) und gramnegative Bakterien (Escherichia coli, Pasteurella multocida, Mannheimia (Pasteurella) haemolytica und Actinobacillus pleuropneumoniae) sowie Mykoplasmen (Mycoplasma bovis, Mycoplasma hyopneumoniae). Eine Resistenz kann bei Streptokokken auftreten.

Angaben zur Pharmakokinetik:
Nach subkutaner oder intramuskulärer Verabreichung bei Rindern und Schweinen in der empfohlenen Dosis von 2 mg/kg wird Marbofloxacin schnell resorbiert, und schon nach weniger als einer Stunde werden maximale Plasmakonzentrationen von 1,5 micro g/ml erreicht. Die Bioverfügbarkeit beträgt nahezu 100%. Nur ein geringer Anteil von Marbofloxacin bindet an die Plasmaproteine (< 10% bei Schweinen und < 30% bei Rindern), und es wird weitläufig über den ganzen Organismus verteilt. In den meisten Geweben (Leber, Nieren, Haut, Lunge, Gebärmutter) liegen die Konzentrationen höher als die Plasmakonzentrationen. Die Elimination von Marbofloxacin erfolgt langsam bei präruminierenden Kälbern (t1/2 = 5-9 Stunden) und Schweinen (t1/2 = 8-10 Stunden) und schneller bei ruminierenden Rindern (t1/2 = 4-7 Stunden). Es wird hauptsächlich in der wirksamen Form über Urin und Faeces ausgeschieden.

Packungsgrößen: 
Flasche mit 10 ml, 20 ml, 50 ml, 100 ml, 250 ml.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Wirkstoff(e) und sonstige Bestandteile:
1 ml Injektionslösung enthält:
Wirkstoff:
Marbofloxacin                                20,0 mg
Sonstige Bestandteile, deren Kenntnis für eine zweckgemäße Verabreichung des Mittels erforderlich ist:
Natriumedetat                                 0,1 mg
3-Sulfanylpropan-1,2-diol           0,5 mg
Metacresol                                         2,0 mg

Gegenanzeigen:
Bakterielle Infektionen mit gegenüber anderen Fluorchinolonen unempfindlichen Erregern (Kreuzresistenz). Nicht bei Tieren mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Marbofloxacin oder anderen Fluorchinolonen anwenden.

Nebenwirkungen:
Die subkutane und intramuskuläre Injektion kann vorübergehende Ödeme an der Injektionsstelle hervorrufen. Die intramuskuläre Injektion kann Schmerzreaktionen und entzündliche Veränderungen an der Injektionsstelle verursachen. Diese bleiben 6 Tage bei Schweinen und 12 Tage bei Kälbern nachweisbar.
Falls Sie eine Nebenwirkung bei Ihrem Tier / Ihren Tieren feststellen, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt ist, teilen Sie diese Ihrem Tierarzt oder Apotheker mit.
Dosierung und Art der Anwendung:
Kälber und Jungrinder:
Die Tagesdosis beträgt 2 mg Marbofloxacin pro kg, somit 1 x täglich eine sc. oder i.m. Inj. von 1 ml pro 10 kg KGW über 3-5 Tage. Die erste Inj. kann auch i.v. verabreicht werden.

Schweine:
Zur Behandlung von Atemwegserkrankungen: Die Tagesdosis beträgt 2 mg Marbofloxacin pro kg, somit 1 x täglich eine i.m. Inj. von 1 ml pro 10 kg KGW über 3-5 Tage.

Hinweise für die richtige Anwendung:
Siehe Art der Anwendung.

Wartezeit:
Kälber und Jungrinder:  
Essbare Gewebe: 6 Tage

Schweine:
Essbare Gewebe: 4 Tage

Nicht bei Tieren anwenden, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.

Besondere Lagerungshinweise:
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich. Angebrochene Flaschen sind innerhalb von 28 Tagen aufzubrauchen. Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren. Das Arzneimittel nach Ablauf des auf Behältnis und äußerer Umhüllung angegebenen Verfalldatums nicht mehr anwenden.

Besondere Warnhinweise:
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung bei Tieren:

Es wird empfohlen, Fluorchinolone zu therapeutischen Zwecken nur dann einzusetzen, wenn andere Gruppen von Antibiotika unwirksam waren oder mit großer Wahrscheinlichkeit ungenügend wirksam sein werden.
Die Anwendung von Fluorchinolonen sollte, wenn möglich, auf einer Empfindlichkeitsprüfung basieren. Bei der Anwendung des Tierarzneimittels sind die amtlichen und örtlichen Regelungen über den Einsatz von Antibiotika zu berücksichtigen.
Abweichungen von den Anwendungsbedingungen der Gebrauchs- und Fachinformation können die Prävalenz von Fluorchinolon-resistenten Bakterien fördern und aufgrund möglicher Kreuzresistenzen die Wirksamkeit einer Behandlung mit anderen Chinolonen vermindern.

Anwendung während der Trächtigkeit, Laktation oder der Legeperiode: 
In den Versuchen an Labortieren (Ratten, Kaninchen) wurden keine teratogenen, embryotoxischen oder maternotoxischen Effekte von Marbofloxacin nachgewiesen.
Der Einsatz liegt daher, nach Bewertung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses, im Ermessen des behandelnden Tierarztes.
Siehe auch Wartezeit.

Überdosierung (Symptome, Notfallmaßnahmen und Gegenmittel), falls erforderlich: 
Nach der Verabreichung von Marbofloxacin in der dreifachen empfohlenen Dosis wurde kein Symptom von Überdosierung beobachtet.
Die Überdosierungssymptome von Marbofloxacin sind vom akut neurologischen Typ und werden symptomatisch behandelt.

Inkompatibilitäten: 
Nicht mit anderen Arzneimitteln mischen.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung von nicht verwendetem Arzneimittel oder von Abfallmaterialien, sofern erforderlich:
Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzugeben. Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein missbräuchlicher Zugriff auf diese Abfälle erfolgen kann. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt werden.
Name und Anschrift des Zulassungsinhabers und wenn unterschiedlich des Herstellers, der für die Chargenfreigabe verantwortlich ist:
Vétoquinol GmbH
Parkstr. 10
D-88212 Ravensburg

Hersteller:

~~Hersteller:
Vétoquinol S.A.
34, Rue de Chene Saint Anne
F- 70204 Magny-Vernois
Lure Cedex

 

Hersteller:

Vétoquinol Biowet Sp. z.oo.
13-14 Kosyniernów Gdynskich Str.
PL-66-400 Gorzów Wlkp.


oder

Vétoquinol Biowet Sp. z.oo.
13-14 Kosyniernów Gdynskich Str.
PL-66-400 Gorzów Wlkp.