Konstigmin

Konstigmin

​Gebrauchsinformation

Bezeichnung des Tierarzneimittels:

Konstigmin
2,5 mg/ml Injektionslösung für Pferde, Neostigminbromid

Anwendungsgebiete:
Zur Förderung der Peristaltik bei Darmatonie.



Genehmigungsdatum der Packungsbeilage:
September 2008

Weitere Angaben:
Packungsgrößen:
1 Packung mit 5 Flaschen zu 10 ml


Wirkung:
Das Carbamat Neostigmin gehört pharmakologisch zur Gruppe der indirekt wirkenden Parasympathomimetika. Neostigmin verhindert den Acetylcholinabbau durch Bindung an Cholinesterasen. Die Hemmung dieser acetylcholinabbauenden Enzyme führt zu einer Erhöhung von freigesetztem Acetylcholin an cholinergen Rezeptoren, wodurch der Parasympathikotonus nicht selektiv erhöht wird. Die Hemmung der Cholinesterasen ist reversibel.

Parenteral appliziertes Neostigmin besitzt ein Verteilungsvolumen von ca. 0,5-1 l/kg. Das Neostigmin-Molekül, das nur zu einem geringen Prozentsatz an Plasmaproteine gebunden wird, besitzt aufgrund fehlender Lipophilie keine ZNS-Penetrationsfähigkeit. Auch andere Gewebebarrieren (Blut-Milch-Schranke, Plazentarschranke) werden bei therapeutischen Neostigmin-Dosen nicht überwunden. 

Neostigmin wird aus dem Plasma rasch eliminiert, da es sowohl in der Leber metabolisiert als auch von plasmaständigen Cholinesterasen hydrolisiert wird. Sowohl Neostigminmetaboliten als auch das unveränderte Neostigminmolekül werden renal eliminiert.

Wirkstoffe und sonstige Bestandteile:
1 ml Injektionslösung enthält:
Wirkstoff:
Neostigminbromid              2,5 mg
Sonstige Bestandteile, deren Kenntnis für eine zweckgemäße Verabreichung des Mittels erforderlich ist:
Benzylalkohol                     15,0 mg

Gegenanzeigen:
Nicht anwenden bei mechanischen Verschlüssen der Verdauungs- und Harnwege.
Nicht anwenden bei Herzinsuffizienz, Bradykardie, Asthma bronchiale und Peritonitis.
Nicht in der Hochträchtigkeit anwenden.
Nicht anwenden bei Tieren mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Bestandteile des Arzneimittels.

Nebenwirkungen:
Durch seine herz- und gefäßwirksamen Effekte kann Neostigmin eine instabile Kreislaufsituation nachteilig beeinflussen. Der durch Neostigmin erhöhte vagale Tonus kann zudem eine bahnende Wirkung für das Auftreten von Herzarrhythmien (atriale Fibrillationen) und Blockaden (atrioventrikulärer Block) besitzen. Gelegentlich treten Erscheinungen von Unruhe auf.
 
Dosierung und Art der Anwendung:
Zur subkutanen Anwendung.
0,01-0,02 mg Neostigminbromid / kg KGW entsprechend
0,4-0,8 ml KONSTIGMIN / 100 kg KGW

Die Wiederholung der Neostigmin-Gabe kann im Abstand von 1-4 Stunden erfolgen.

Wartezeit:
Pferde: Essbare Gewebe, Milch: 0 Tage

Besondere Warnhinweise:
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung:
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung bei Tieren:

Keine Angaben.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender:
Bei versehentlicher Selbstinjektion ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage oder das Etikett vorzuzeigen.

Anwendung während der Trächtigkeit, Laktation oder der Legeperiode:
Nicht in der Hochträchtigkeit anwenden.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und andere Wechselwirkungen:
Die gleichzeitige Anwendung mit anderen Parasympathomimetika ist wegen der Gefahr einer unkontrollierten Wirkungsverstärkung zu vermeiden. Neostigmin soll ebenfalls nicht gemeinsam mit depolarisierenden Muskelrelaxantien und Narkotika mit blutdrucksenkender Wirkung gegeben werden.
Neostigmin antagonisiert die Wirkung von nicht- depolarisierenden Muskelrelaxantien vom Curare-Typ.
In Kombination mit ß-Blockern werden Bradykardie, Bronchokonstriktion und Hypotonie durch Neostigmin verstärkt.
Phenobarbital kann eine Verkürzung der Wirkungsdauer von Neostigmin verursachen.

Überdosierung (Symptome, Notfallmaßnahmen und Gegenmittel), falls erforderlich:
Bei Überdosierung kommt es zu Muskelschwäche, Durchfall, Miosis, Bronchospasmen, Bradykardie und Kreislaufkollaps.
Antidot ist Atropin.

Besondere Lagerungshinweise:
Haltbarkeit nach Anbruch des Behältnisses:  21 Tage
Nach Ablauf dieser Frist sind im Behältnis verbleibende Reste des Arzneimittels zu verwerfen.
Nicht über 25°C lagern.
Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren.
Das Arzneimittel nach Ablauf des auf Behältnis und äußerer Umhüllung angegebenen Verfalldatums nicht mehr verwenden.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung von nicht verwendetem Arzneimittel oder von Abfallmaterialen, sofern erforderlich:
Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzugeben. Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein missbräuchlicher Zugriff auf diese Abfälle erfolgen kann. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt werden.

 

Hersteller:

Vétoquinol Biowet Sp. z.oo.
13-14 Kosyniernów Gdynskich Str.
66-400 Gorzów Wlkp.
Polen