Myolaxin 15 %

Myolaxin 15 %

Gebrauchsinformation

Bezeichnung des Tierarzneimittels:
Myolaxin 15%, Infusionslösung für Pferde
Guaifenesin

Anwendungsgebiet(e):
Medikamentöses Niederlegen und Sedation beim Pferd.

Zieltierarten:
Pferd

Genehmigungsdatum der Packungsbeilage:
Dezember 2008

Weitere Angaben:
MYOLAXIN 15% enthält als Wirkstoff Guajakolglyzerinäther (Guaifenesin) in stabiler 15%iger Lösung. Guajakolglyzerinäther ist ein zentral wirkendes Muskelrelaxans, das vorwiegend die Zwischenneuren im Hirnstamm und im Rückenmark blockiert. Klinisch wird unter MYOLAXIN 15% eine dosisabhängige Sedation und Er­schlaffung der Skelettmuskulatur beobachtet, die zum ruhigen Niederlegen des Pferdes führt. Bei schneller Infusion innerhalb von ca. 2 Minuten erübrigt sich die zusätzliche Verabrei­chung eines Thiobarbiturates. Die Wirkungsdauer beträgt bei der paralytischen Dosis ungefähr 15 Minuten, wonach sich das Pferd wieder in Brustlage erhebt und meist innerhalb von 45 Minuten aufsteht.

MYOLAXIN 15% kann bei entsprechender Dosierung zur kurzfristigen Seda­tion verwendet werden, vor allem, wenn durch Neuroleptika und Analgetika kein befriedigender Erfolg zu verzeichnen ist. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, daß die 15%ige Lösung beim Pferd keine hämolytischen Nebenwirkungen hat. Die unerwünschten Effekte auf den Zirkulationsapparat (Blutdrucksenkung) sind innerhalb der angegebenen Do­sierung gering.

MYOLAXIN 15% hat eine sehr große therapeutische Breite und kann deshalb nach Schätzung des Gewichtes appliziert werden. Un­erwünschte Effekte (Streckspasmen) treten erst bei Verdoppelung der unten angegebenen paralytischen Dosierung auf; die Letaldosis beträgt mehr als die dreifache therapeutische Dosis.

MYOLAXIN 15% wirkt wenig analgetisch. Für chirurgische Eingriffe ist des­halb eine zusätzliche Narkose (Thiobarbiturat, Halothan), ein Chloralhy­dratrausch  oder  eine  Lokalanästhesie  erforderlich.  Dabei wird die Wirkung parenteral verabreichter Narkotika potenziert (potenzierte Narkose).

Grund­sätzlich sollten nur ruhige Pferde, d.h. sedierte Pferde abgelegt werden. 
Wirkstoff(e) und sonstige Bestandteile:
100 ml enthalten:
Wirkstoff:
Guaifenesin 15 g

Sonstige Bestandteile, deren Kenntnis für eine zweckgemäße Verabreichung des Mittels erforderlich ist:
D-Glucose 4,546 g, Propylenglykol 20 g

Gegenanzeigen:
Myolaxin 15 % ist beim tragenden Tier nur bei strenger Indikationsstellung anzuwenden.
Vorschädigungen des hämatopoetischen Systems.
Nicht zur Anwendung bei Pferden, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen.

Nebenwirkungen:
Senkung des arteriellen Blutdruckes. Die nach der Behandlung auf­tretende Leukozytose mit Rechtsverschiebung ist reversibel. Falls Sie eine Nebenwirkung bei Ihrem Tier / Ihren Tieren feststellen, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt ist, teilen Sie diese Ihrem Tierarzt oder Apotheker mit.
Dosierung für jede Tierart, Art und Dauer der Anwendung:
Zur intravenösen Anwendung.
Einmalig zum Niederlegen 60-80 ml / 100 kg KGW (= 90-120 mg / kg), innerhalb von 2 Minuten infundieren.
Zur Sedierung 30 ml / 100 kg KGW (= 45 mg / kg).
Die Anwendung erfordert eine exakte i.v. Applikation, da sonst das Auftreten von Thrombophlebitiden nicht auszuschließen ist.
Einmalige Anwendung.

Hinweise für die richtige Anwendung:
Siehe auch Art der Anwendung.

Wartezeit:
Pferde: entfällt.

Die Umwidmung gemäß § 56a Abs. 2 AMG auf Tiere, die der Lebensmittelgewinnung dienen, ist ausgeschlossen. Die Anwendung bei Equiden, die der Lebensmittelgewinnung dienen, ist im Falle eines Therapienotstandes gem. § 56a Abs. 2 und 2a AMG in Verbindung der Verordnung (EG) Nr. 1950/2006 zulässig. In diesem Fall beträgt die Wartezeit für essbare Gewebe und Milch 6 Monate.

Besondere Lagerungshinweise:
Vor Licht schützen. Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren. Das Arzneimittel nach Ablauf des auf Behältnis und äußerer Umhüllung angegebenen Verfalldatums nicht mehr verwenden. Nach Anbruch des Behältnisses verbleibende Restmengen sind zu verwerfen.

Besondere Warnhinweise:
Nach der Behandlung mit Guaifenesin in Konzentrationen über 10% kann es, insbesondere bei vorgeschädigten Tieren, zu Thrombophlebitiden kommen.

Vorsichtsmaßnahmen bei der Anwendung:
Beim Verdacht des Vorliegens von Knochenmarkserkrankungen sollte Myolaxin 15% nur dann angewendet werden, wenn dieser durch Kontrolle des Differenzialblutbildes ausgeräumt wird. Guaifenesin überwindet die Plazentarschranke.   

Anwendung während der Trächtigkeit, Laktation oder der Legeperiode:
Myolaxin 15% ist beim tragenden Tier nur bei strenger Indikationsstellung anzuwenden.  

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln:
Guaifenesin verstärkt die zentral dämpfende Wirkung von Narkotika.

Überdosierung (Symptome, Notfallmaßnahmen und Gegenmittel), falls erforderlich:
Die therapeutische Breite von Guaifenesin ist relativ groß. Unerwünschte Effekte (Streckspasmen) treten erst bei Verdoppelung der angegebenen Dosierung auf; die Letaldosis beträgt mehr als die dreifache therapeutische Dosis. Ein spezielles Antidot existiert nicht. Bei Atemdepression und Blutdruckabfall sind geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten (Sauerstoffzufuhr, Kreislaufunterstützung).

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung von nicht verwendetem Arzneimittel oder von Abfallmaterialien, sofern erforderlich:
Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzugeben. Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein missbräuchlicher Zugriff auf diese Abfälle erfolgen kann. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt werden.
Name und Anschrift des Zulassungsinhabers und, wenn unterschiedlich, des Herstellers, der für die Chargenfreigabe verantwortlich ist:
Zulassungsinhaber:
CP-Pharma Handelsgesellschaft mbH
Ostlandring 13,
31303 Burgdorf